Street Food und das alle zwei Wochen neu! Mit diesem Konzept hat sich das LADEN EIN in Köln bereits einen Namen gemacht und begeistert mit außergewöhnlichen Konzepten die Street Food-Gemeinde. Alle zwei Wochen laden Vincent Schmidt und Till Riekenbrauk, die Betreiber des LADEN EIN, ein neues Team mit einem kreativen Konzept in ihr Restaurant ein. Es wechselt also nicht nur die Speisekarte, sondern auch das Team und das macht das ganze Konzept besonders spannend! Das sahen auch die Entscheider beim Fizzz Award so und verliehen dem Pop Up-Restaurant den Preis für das “Trendkonzept des Jahres”. Wir sagen herzlichen Glückwunsch! Zu diesem Anlass haben wir uns mit Till Riekenbrauk unterhalten und ihm einige Fragen zum Konzept hinter dem LADEN EIN gestellt.

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1. Ihr habt damals mit dem Street Food Festival gestartet. Wie hat sich aus diesem Konzept die Idee zum LADEN EIN entwickelt?

Wir haben vor einigen Jahren mit dem Street Food Festival begonnen. Mit der Zeit haben wir gemerkt, dass wir jedes Mal wahnsinnig viele gute, junge und kreative Food-Startups auf dem Gelände haben. Viele von ihnen bieten extrem gute Spezialitäten-Küche an oder haben wirklich spannende Ideen im Food-Bereich. Wir haben beobachtet, wie diese Konzepte in den ersten Monaten sehr erfolgreich ihre Produkte verkauft haben. Irgendwann haben einige begonnen mit dem Gedanken zu spielen ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Allerdings ist uns aufgefallen, dass viele von ihnen noch Amateure waren. Das ist nicht böse gemeint, aber sie hatten auf diesem Gebiet noch nicht die ausgeprägten Erfahrungen, die nötig sind, um ein eigenes Restaurant stemmen zu können. Wir haben also gemerkt, dass es ein schwerer und oft auch nicht ungefährlicher Schritt vom Street Food Festival, wo man sich mit einem geringen Risiko dem Publikum präsentieren kann, hin zum eigenen Restaurant ist. Man muss den eigenen Job aufgeben und viel Geld in die Hand nehmen, was natürlich mit vielen Gefahren einhergeht. Tatsache ist, dass 90 Prozent aller Restaurants scheitern. Das liegt daran, dass es wirklich schwer ist sich einen Namen zu machen und Kunden anzuziehen. Man muss den Job aufgeben, dann kommt das eigene Personal dazu und was noch alles – das funktioniert in vielen Fällen einfacher nicht so, wie vorher gedacht.
Wir haben also festgestellt, dass an dieser Stelle eine riesige Lücke klafft zwischen der Möglichkeit, die wir über das Street Food Festival geschaffen haben, und dem Weg bis hin zum eigenen Restaurant. Aus diesem Gedanken, hat sich das Konzept entwickelt, das wir jetzt im LADEN EIN umsetzen.
Das war die eine Seite der Idee. Auf der anderen Seite kam die Sicht des Gastes hinzu. Wir haben im Prinzip selbst als Startup angefangen, haben in unserem Büro gesessen und dann geht man eben in der Mittagspause immer zu den gleichen Läden essen. Daher haben wir uns darin bestärkt gefühlt, dass wir diese Idee umsetzen sollten. Wir haben uns gedacht: “Wir selbst wären auf jeden Fall Stammgäste in diesem Konzept!” Die meisten kennen diese Situation: Es gibt so drei, vielleicht vier Adressen, bei denen man regelmäßig essen geht, aber auch diese werden irgendwann langweilig und man möchte mal was neues ausprobieren.
Aus diesen beiden Seiten der Idee, ist dann das LADEN EIN-Konzept entstanden.

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2. Ihr seid jetzt bereits seit letztem Jahr mit dem LADEN EIN am Start. Was für Konzepte habt ihr bereits erlebt? Und gab es ein Konzept, dass dir besonders gut gefallen hat?

Es gab wirklich viele Konzepte, die mir sehr gut gefallen haben. Es wäre jetzt nicht fair das auf ein Konzept zu reduzieren und würde dem Ganzen auch nicht gerecht werden. Natürlich gibt es auch erfolgreiche und weniger erfolgreiche Konzepte. Und vor allem gibt es erfolgreiche und weniger erfolgreiche Personen hinter den Konzepten. Es gab schon Leute, mit denen wir sehr viel Arbeit hatten, damit diese die zwei Wochen hier im LADEN EIN erfolgreich überstanden haben. Und es gab andere, denen sind die zwei Wochen bei uns vergleichsweise leicht gefallen, weil sie schon mehr Erfahrung auf diesem Gebiet hatten. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben, warum sich ein Team etwas schwerer tut und ein anderes wiederum leichter. Wir haben aber hier definitiv schon einige Konzepte gesehen, die wirklich klasse waren. Diese Konzepte lassen wir dann auch nicht alleine. Wenn jemand gut performt hat, unterstützen wir ihn auch weiter. Außerdem sind wir immer auf der Suche nach spannenden Konzepten, bei denen wir uns auch vorstellen könnten, dass sich dort irgendwann einer aus unserem Team niederlässt und mit diesem Konzept zusammen ein eigenes Restaurant aufbaut. Das bedeutet noch lange nicht, dass wir dort schon irgendwelche Zusammenarbeiten geschaffen haben, aber denkbar wäre es auf jeden Fall.

3. Alle zwei Wochen ist ein neues Konzept bei euch zu Gast bzw. übernimmt die Gastgeberrolle. Habt ihr nicht Angst, dass irgendwann keine Bewerber mehr zu euch kommen? Bzw. dass die Street Food-Landschaft erschöpft ist?

Wir haben bis jetzt performt und vorgelebt, dass die Leute inzwischen erwarten, dass wir alle zwei Wochen das Rad neu erfinden und immer wieder ein neues Konzept vorstellen, das die Welt so noch nicht gesehen hat. Diesem Anspruch können wir auf Dauer natürlich nicht gerecht werden, auch wenn wir das gerne wollen. Es gibt leider nicht unendlich viele gastronomische Konzepte, die kreativ sind und gleichzeitig auch hier ins LADEN EIN wollen. Es war von Anfang an klar, dass es nicht möglich ist wirklich immer wieder was Neues liefern zu können. Das war auch gar nicht unser Anspruch. Aber wir haben immer wieder wirklich spannende Bewerbungen und kriegen auch regelmäßig sehr positives Feedback von den Gästen und den einzelnen Konzepten. Es gab auch schon die Situation, dass andere Gastronomen gesagt haben: “Mein Azubi überlegt gerade sich nach der Lehre selbständig zu machen. Es wäre toll, wenn er das vorher mal bei dir im Laden ausprobieren könnte.”Für viele kristallisiert sich unser Konzept also gerade zu einem Weg heraus, über den man seine Idee testen kann, bevor man nun wirklich den eigenen Laden eröffnet. So kann man noch viel über sich selbst, sein Konzept und auch das selbständige Arbeiten lernen.

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4. Was ist für dich das Besondere an dem Standort Köln?

Zunächst bin ich mal Kölner, also ist aus meiner Sicht ganz viel an Köln besonders.
Vor einiger Zeit gab es einen BBC-Artikel, in dem ein Kunden gesagt hat, dass Köln besser ist als Berlin – das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Für mich als Kölner ist Berlin einfach zu groß und unpersönlich. In Köln ist alles ein Stück kleiner, aber trotzdem mit einer schönen Subkultur und vielen Vorzügen, die auch eine Großstadt, wie Berlin bietet, aber eben etwas runterskaliert und nicht ganz so üppig. Genau das finde ich aber ganz schön. Für mich ist Köln einfach eine schöne Mischung. Hier gibt es eben auch die Personen, die etwas globaler denken, die auch Konzepte, wie unseres feiern. Diese Personen sind neugierig und wollen auch alle zwei Wochen tatsächlich etwas neues entdecken. Unser Konzept würde wahrscheinlich nicht in jedem Dorf funktionieren. Man muss dafür schon etwas offener sein und nicht im Stammrestaurant immer nur die Nummer 23 bestellen. So groß denkt Köln eben schon, dass es für neue Konzepte und Ideen offen ist. Das ist etwas, was wir an diesem Standort sehr schätzen.

5. Ihr habt gerade den Fizzz Award für euer außergewöhnliches und innovatives Konzept erhalten. Habt ihr schon einen Plan, wie es in der Zukunft weitergehen wird? Oder seid ihr zufrieden, so wie es aktuell läuft?

Damit zufrieden zu sein, wie es gerade ist, ist immer sehr schwierig, wenn man selbstständig ist. Man muss ja nun mal ständig an Morgen und Übermorgen denken und was dort sein könnte. Es ist dann nicht möglich, wie ein Angestellter zu denken und in diesem Monat nur so viel zu arbeiten, bis man genug verdient hat. Aus diesem Grund halten wir natürlich jederzeit die Augen auf und schauen uns um nach neuen Ideen. Wir haben auch schon mal rüber nach Düsseldorf geschielt. Aber es ist tatsächlich so, dass unser Konzept, mit viel Handgemachtem und sehr hochwertiger Küche, nicht einfach an jedem Standort umgesetzt werden kann, da wir auch nicht unendlich hohe Mieten zahlen können. In Düsseldorf sind unendlich hohe Mieten aber leider die Regel. Dementsprechend ist die Lage für uns wirklich wichtig und stellt oft ein großes Problem dar.

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6. Prinzipiell wäre es also denkbar, dass es in der Zukunft auch ein LADEN EIN-Konzept in einer anderen Stadt geben könnte?

Auf jeden Fall! Der Grund, aus dem ich jetzt gerade von Düsseldorf gesprochen habe, ist der, dass dieser Standort für uns von Köln aus sehr gut händelbar wäre. Unser Konzept ist wahnsinnig betreuungsintensiv, weshalb ein klassisches Franchise-System eigentlich nicht in Frage kommt. Man benötigt einen guten Koch, der das ganze begleitet und der, ähnlich wie unser Koch und Partner, den ganzen Aufbau und alle Anfänge miterlebt hat. Es ist also nicht möglich einfach irgendjemanden anzuheuern, bei dem man gar nicht genau weiß, ob der überhaupt Bock auf das Konzept hat. Es ist also enorm wichtig, dass man jemanden an seiner Seite hat, der wirklich Lust auf das Konzept hat und der seine Erfahrungen auch an die jeweiligen Konzepte weitergeben und sich auch hin und wieder auf etwas neues einstellen kann. Ein etablierter Altkoch, der auf seine Ideen besteht und der überhaupt nicht bereits ist, auf etwas neues einzugehen, ist aus diesem Grund bei uns einfach an der falschen Stelle. 100 Prozent alles perfekt zu machen, ist bei diesem Konzept kaum möglich, dafür arbeitet man zu oft mit Personen zusammen, die keine Profis sind. Oft ist das für langjährige Köche nur schwer zu akzeptieren.

7. Gibt es auch nach fast einem Jahr noch Konzepte, die das LADEN EIN noch nicht gesehen hat und die du dir mal in eurem Laden wünschen würdest?

Definitiv! Es gibt auf jeden Fall noch das ein oder andere Konzept, dass ich gerne irgendwann mal erleben würde. Ich mache mir regelmäßig Gedanken darüber, was noch wunderbar ins LADEN EIN hineinpassen würde. Das passiert dann auch abseits der Bewerbungen, die wir regelmäßig erhalten. Neben den Idee, die wir also zugeschickt bekommen und die die Leute mitbringen, die ihr Konzept hier umsetzen, machen wir uns also auch noch selbst Gedanken, wer bei uns noch hineinpassen könnte und wer auch das Potential dazu hat. Daraufhin machen wir uns auch auf die Suche und schauen, wo welches Konzept bereits erfolgreich umgesetzt wurde oder wer sich bereits gut auf den Street Food Festivals macht. Wenn wir jemanden gefunden haben, den wir uns im LADEN EIN vorstellen können, schreiben wir denjenigen auch an und fragen, ob er Interesse hätte.
Ich kann jetzt leider keine konkreten Beispiele nennen, da ich auch nicht vorweggreifen will, was in der Zukunft noch alles kommt. Mit vielen führen wir auch noch Gespräche, daher halte ich mich da lieber bedeckt. Was ich aber sagen kann ist, dass ich mich sehr auf das nächste Konzept freue. Das wird indische Küche sein. Und zwar nicht die klassische indische Küche, sondern eher der Streetstyle. Das bedeutet dann konkret beispielsweise Sandwiches, Wraps und Dinge in diese Richtung. Das wird etwas abgefahrener, als die klassische indische Küche mit vielen Saucen und so.

8. Könntest du dir vorstellen selbst mal den Herd für zwei Wochen oder auch länger zu übernehmen?

Ja, könnte ich mir auf jeden Fall vorstellen! Wir haben mehrere Konzepte in der Hinterhand, mit denen wir, wenn das LADEN EIN mal zwei Wochen lang nicht bespielt ist, den Laden selbst übernehmen können. Das macht einfach wahnsinnig viel Spaß! Wo kann man schon mal einfach zwei Wochen lang ein Restaurant eröffnen und Dinge ausprobieren und das ganz ohne Risiko?!

Vielen Dank für das spannende Interview!

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