Und weiter geht es in unserer Rubrik Spotlight! Vor einiger Zeit sind wir auf das junge Label beyondBeanie und seinen Gründer Tito Hector Alvarez aufmerksam geworden. Wir haben mit ihm gesprochen und seine Geschichte sowie die Geschichte seines Labels wollen wir euch nicht vorenthalten, daher heißt es heute in unserem Magazin „Spotlight on beyondBeanie“! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Der Mann hinter den Beanies

Chile, Schweiz, Bolivien – Tito Hector Alvarez, Gründer von beyondBeanie, hat schon so einiges von der Welt gesehen. Geboren in Chile, arbeitete Hector lange als Business Developer in der Schweiz. Bis 2013 eine Reise zu seiner Freundin nach Bolivien anstand, auf der sich die Idee zu seinem eigenen Label entwickeln sollte. Heute arbeitet der 37-jährige bereits seit zwei Jahren daran mit seinem Label beyondBeanie in Bolivien den Frauen Arbeit und ein faires Einkommen zu verschaffen sowie Waisenkinder mit Essen und Schulausrüstung zu versorgen.

6

Tito Hector Alvarez und Paty Lucero

Und so hat alles begonnen

Im Sommer 2013 bestieg Hector ein Flugzeug in Richtung Bolivien, um seine Freundin, Paty Lucero, zu besuchen. Auf dieser Reise erkundete er mit seiner Partnerin die Kultur Boliviens. Auf den Märkten und Straßen der Stadt La Paz wurde er schnell auf die Frauen aufmerksam, die ihren Lebensunterhalt mit dem Handel mit bunten, einzigartigen Wollprodukten bestritten. Auch Straßenkinder kreuzten seinen Weg, die nur durch den Verkauf von Süßigkeiten und das Betteln Geld für Lebensmittel sammelten. Die Produkte der Näherinnen auf den Straßen beeindruckten Hector, also entschied er sich einige Mützen mit nach Hause in die Schweiz zu nehmen. Seine neuen Errungenschaften blieben nicht lange unentdeckt. Auch seine Freunde waren von den warmen, exotischen Wollmützen begeistert.So wurde schnell die Idee zum eigenen Label geboren. Bereits im März 2014 konnte der Online-Shop beyondBeanie online gehen und im Oktober des gleichen Jahres wurden auch schon die ersten Produkte verkauft.

AdamBartoshesky_VictoriaMoronta_BeyondBeanie12

 

Mehr als nur ein Label

Die Ursprungsidee war es die Näherinnen und Künstler in Bolivien zu unterstützen. Daraus entwickelte sich die “Social Clothing Company”, wie es Hector auf der Internetseite von beyondBeanie beschreibt. Im Online-Shop gibt es Mützen, Armbänder, Ponchos, Handschuhe und einiges mehr in traditionell bolivianische Designs zu entdecken. Diese bestehen zum großen Teil aus Alpakawolle, einem nachhaltigen Rohstoff.

Doch es steht nicht nur das Produkt im Mittelpunkt. Die Frauen, die ihr Herzblut, ihre eigenen Geschichten und ihre Schicksale in die Näherreinen einbringen sollten Arbeit bekommen und dafür faires Geld verdienen. “Obwohl Bolivien ein Land mit reicher Tradition ist, kann das Leben insbesondere für Frauen sehr hart sein. Dabei hängt der Fortbestand bolivianischer Kultur gerade von ihnen ab, denn durch ihr Kunsthandwerk erhalten sie die Tradition ihres Landes am Leben”, schreibt Hector auf der Internetseite von beyondBeanie zur aktuellen Situation der Frauen in dem südamerikanischen Land. Um den Frauen auch die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihnen gebührt, trägt jedes Kleidungsstück im Online-Shop den Namen der jeweiligen Produzentin.

IMG_1834_RGB-(1)

Zusätzlich haben interessierte Kunden die Möglichkeit die Näherinnen auch auf einer Reise nach Bolivien persönlich treffen und mehr über ihre Geschichten erfahren. “Wir wollen es möglich machen, die Hersteller der Produkte persönlich zu treffen. Kaum ein Unternehmen interessiert sich für die Leute, die die Produkte herstellen, bei uns ist das anders”, erklärt Hector im Interview. Doch nicht nur den Frauen soll geholfen werden. Auch die Kinder, die oft Armut erleben müssen, wollen Hector und seine Freundin Paty unterstützen. Heute stellt beyondBeanie für jedes gekaufte Kleidungsstück Hilfsgüter, wie Mahlzeiten und Schulausrüstung für Waisenkinder in Bolivien zur Verfügung. Inzwischen werden 38 Waisenkinder zwischen 0 und 6 Jahren in Cochabamba durch beyondBeanie unterstützt.

beyond-beanie-bB-11

 

Der Stand der Dinge

Aktuell arbeiten neben den Näherinnen sieben Mitarbeiter in Bolivien für Hector, Paty und ihr Label beyondBeanie, die das Versenden der einzelnen Waren in Länder wie die USA, England, Australien und viele weitere auf der ganzen Welt organisieren. Aber auch der Kontakt zu den Näherinnen und all den Produzenten, die die Produkte für beyondBeanies herstellen, sowie zu den Waisenkindern, die unterstützt werden, ist ein essenzieller Bestandteil für das Unternehmen. Paty reist regelmäßig zwischen Conchabamba und La Paz hin und her, um ständig mit den Kindern und den Produzentinnen in Kontakt zu bleiben. Für Hector besteht der Alltag heute neben dem allgemeinen Verkauf vorallem aus organisatorischen Aufgaben.

Inzwischen ist das Label aber auch immer häufiger außerhalb des Internets und vorallem auch nicht nur in Bolivien anzutreffen. Auf Märkten in verschiedenen Ländern präsentiert sich beyondBeanie, um die Reichweite und die Aufmerksamkeit für die hochwertigen Arbeiten der bolivianischen Produzentinnen zu steigern. Vielleicht dürfen wir uns ja bald auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz über Auftritte des sozialen Labels auf Fashionmärkten und in Pop Up-Stores freuen.

Und so geht’s weiter

Im Interview erzählte uns Hector, dass noch lange kein Ende erreicht sei. Zur Zeit ist die Expansion in die deutschsprachige Region geplant. Er kann sich gut vorstellen seine Produkte auch in weiten Teilen Europas in eigenen Pop Up-Stores zu präsentieren und die Näherinnen vorzustellen und zu portraitieren. In Zukunft soll sich beyondBeanie nicht nur als Fashion-Brand etablieren, sondern auch als Lifestyle-Brand. Bis die ersten Pop Up-Stores des Labels auch bei uns eröffnen, findet ihr die Produkte der Social Clothing Company HIER. Ein Besuch der Seite lohnt sich und neben den ausgefallenen Designs, die es zu entdecken gibt, lässt sich auch mit wenigen Klicks etwas Gutes tun.

P1014553