Du beschreitest gerade mit deiner Online-Brand erstmals die Wege des Offline-Vertriebs? Oder möchtest du einfach mit deinem Label neue Standorte und Kundengruppen erschließen? In beiden Fällen sind es ganz bestimmte Anhaltspunkte, die zur Optimierung deines aktuellen und weiterer Pop Up-Stores beitragen können. Gerade im Online-Bereich ist es relativ einfach Zahlen und Werte zu verkauften Produkten und Seitenbesuchern zu erhalten. Offline ist dieser Prozess etwas komplizierter, aber trotzdem nicht weniger wichtig. Durch verschiedene Tools und gute Beobachtung können auch hier die passenden Kennzahlen herausgearbeitet werden. In diesem Beitrag wollen wir dir vier Faktoren vorstellen, die du während deines Pop Up-Stores im Auge behalten solltest, um später eine Bewertung und ggf. eine Optimierung deines Pop Ups vorzunehmen.

1. Messe die Besucherzahlen deines Stores

Pop Up-Stores bieten Unternehmen die Möglichkeit mit ihren Kunden zu interagieren und mit ihnen in einen direkten Austausch zu kommen. Bei diesem Konzept ist der Umsatz zwar durchaus wichtig, jedoch steht in den meisten Fällen die Bekanntheitssteigerung im Mittelpunkt. Es geht darum, dass möglichst viele Passanten an dem gewählten Standort auf die Marke und den Store aufmerksam werden.

Der einfachste Weg die Zahlen der Besucher zu messen, die deinen Store erkunden, ist eine Kundenzählung an der Eingangstür. Für diesen Prozess gibt es bereits verlässliche Gadgets, die automatisiert die Zahl der Personen erfasst, die deinen Store betreten. Eine andere Möglichkeit ist eine manuelle Zählung in Form einer Strichliste, die allerdings oft weniger genau und deutlich zeitintensiver ist. Durch die Erhebung der Besucherzahlen erhältst du einen Eindruck, wie viele Personen in der Umgebung deines Pop Ups mit deiner Marke interagieren und vor allem wie viele Personen sich überhaupt für die Produkte deiner Marke interessieren. So kannst du einschätzen, welchen Stellenwert dein Label auch langfristig in diesem Umfeld einnehmen könnte. Auf der Grundlage dieser Einschätzung ist es möglich zu entscheiden, ob auch eine langfristige Präsenz an diesem Standort für dein Label einen Mehrwert bieten könnte.

Im Endeffekt ist der Erfolg deines Pop Ups unabhängig davon, wie viele der Besucher einen Kauf getätigt haben. Alle Personen, die deinen Store betreten haben, konnten die einzigartige Erfahrung deines Pop Up-Stores und exklusive Angebote deines Labels erfahren. Dadurch entsteht eine Beziehung zu deiner Brand, durch die deine Kunden deutlich schneller zu Fans und sogar zu Stammkunden werden.

2. Schau nach Hoch- und Tiefpunkten in der Passantenfrequenz

Durch die begrenzte Zeit ist Effizienz ein wichtiges Thema eines jeden Pop Up-Stores. Aus diesem Grund ist es wichtig zu überprüfen, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten die meisten Kunden (deiner Zielgruppe) am Standort deines Pop Up-Stores zu erreichen sind. Ebenfalls gilt es zu überprüfen, wie hoch der Anteil der Passanten ist, die tatsächlich deinen Store betreten (walk-in-rate). Eine hohe Passantenfrequenz ist zwar gut, sind diese allerdings ausschließlich auf dem Weg zur Arbeit und haben keinen Zeit mit deinem Store zu interagieren, ist auch eine hohe Frequenz nicht besonders effizient. Neben Arbeitszeiten und den Öffnungszeiten anderer Stores, sind auch Events ein wichtiger Anhaltspunkt für die Auswertung. An welchen Tagen finden in der Nähe Märkte, Konzerte oder andere Kulturveranstaltungen statt, die viele potenzielle Kunden anziehen könnten?

Die Ergebnisse dieser Überprüfung kannst du anschließend nutzen, um deine Öffnungszeiten ggf. anzupassen. Dadurch kannst du unnötige Personalkosten minimieren und deinen Umsatz weiter steigern. Oft lohnt es sich bereits an Wochentagen eine Stunde länger für Kunden präsent zu sein und dafür erst etwas später zu öffnen. Dies hängt oft sehr stark von dem Standort deines Pop Up-Stores ab. So kann in einer anderen Umgebung eine gegensätzliche Anpassung effektiv sein.

post-umsatz-einzelhandel-small

 

3. Interpretiere die walk-in Rate deines Pop Ups

Die walk-in Rate ist ein idealer Anhaltspunkt, an dem du erkennen kannst, mit welchen Marketingmaßnahmen du wann am erfolgreichsten bist und das in Echtzeit. Ergänzend zu den Besucherzahlen bietet dir diese Angabe die Möglichkeit aktiv zu werden und immer aktuell zu analysieren, welche Maßnahmen gerade Wirkung zeigen.

Veränderst du beispielsweise dein Schaufenster an einem Tag, kannst du am Abend dieses Tages die walk-in Rate mit der des Vortages vergleichen, um zu sehen, ob ein größerer oder ein kleinerer Teil der Passanten in deinen Store gekommen ist. Waren es beispielsweise am Vortag 300 Passanten, die an deinem Laden vorbeigegangen sind, von denen 60 deinen Store betreten haben, liegt die walk-in Rate bei 20%. Laufen am nächsten Tag, nach der Veränderung des Schaufensters, 200 Personen an deinem Laden vorbei, von denen 50 deinen Store betreten, liegt die walk-in Rate bei 25%. Daraus kannst du schließen, dass die Veränderung des Schaufensters erfolgreich war und es für die Passanten womöglich einladender wirkt, als noch am Vortag. Sinkt der Anteil stetig (auch nach mehreren Tagen), war die Veränderungen nicht erfolgreich, was bedeutet, dass es sich womöglich mehr lohnt diese rückgängig zu machen bzw. etwas Neues auszuprobieren.

Ein von Cora (@corasacher) gepostetes Foto am

4. Analysiere das Erlebnis deiner Kunden innerhalb des Stores

Besonders in größeren Stores, die sich über mehrere Räume oder sogar Etagen erstrecken, ist die Analyse der sogenannten Costumer Journey ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ist es das Ziel deines Pop Up-Stores deinen Kunden ein intensives Markenerlebnis zu verschaffen, gilt es zu verstehen, welche Spots in deinem Store für deine Kunden am spannendsten sind. Diese Erkenntnis lässt sich anschließend sehr gut nutzen, um die Struktur deines Stores zu optimieren und die Hot Spots so zu platzieren, dass du die Reise der Kunden durch den Store lenken kannst.

Häufig sind diese Hot Spots bereits offensichtlich – eine Video Wall, ein moderner Touchscreen oder ein besonders begehrtes Produkt. Doch auch trotz dieser Elemente können bei einer detaillierten Beobachtung weitere Stationen im Laden auffallen, an denen sich Kunden länger aufhalten bzw. besonders aktiv interagieren. Es ist möglich diese Punkte über Kameras im Laden auszumachen. Spezielle Wärmebildkameras erstellen Heatmaps, auf denen der Storeinhaber ablesen kann, an welchen Orten im Store sich besonders viele und besonders lange Kunden aufgehalten haben. Doch auch manuell ist dies über eine gute und präzise Beobachtung möglich.

Die Erkenntnisse aus dieser Analyse können im Anschluss zur Optimierung der eigenen Pop Up-Stores genutzt werden. Antworten können gefunden werden, auf Fragen wie: Welche Produkte sollte ich am Eingang platzieren, um Kunden anzuziehen? An welchen Stationen erfahren die Kunden besonders viel über die eigene Marke? Und: An welchen Positionen muss ich wichtige Elemente platzieren, damit Kunden diese nicht übersehen? Zwar sind diese Einsichten oft vom Aufbau des Stores abhängig, jedoch lassen sich viele dieser Informationen auch oft interpretieren und auf anderen Flächen anwenden.

Nutze diese Informationen für die Optimierung deines Stores

Worauf wartest du also noch? Starte jetzt damit all diese Informationen zu sammeln und für einen effizienteren Ressourceneinsatz, ein effektiveres Storedesign und wirkungsvolle Marketingmaßnahmen zu nutzen. So schaffst du es mit einigen Beobachtungen und Analysen deine Umsätze und den Nutzen deiner Pop Up-Stores weiter zu steigern.